Solarstrom einspeisen oder selbst verbrauchen?

Die Förderung von Solaranlagen ist in Deutschland noch immer aktuell. Steuerliche Erleichterungen für Eigenheimbesitzer, die sich eine Anlage auf das Dach bauen bis zu staatlich verordneten Mindestpreisen lassen die Branche sehr schnell wachsen. Hierdurch sinken auch die Preise für Neuanschaffungen in diesem Bereich. Da das Ziel der wirtschaftlichen Rentabilität allem Anschein nach bald erreicht wird, möchte die Regierung die staatlichen Förderungen zurückfahren und auf absehbare Zeit sogar ganz einstellen.

Wer bereits Photovoltaikanlagen auf dem Dach hat, muss sich wegen der Einstellung der Förderung keine Sorgen machen. Bereits geschlossene Verträge über erhöhte Einspeisevergütung und steuerliche Vorteile gelten nach wie vor. Doch wer eine neue Anlage plant, muss nun anders rechnen als noch vor fünf Jahren.

Falls die Einspeisevergütung für Solarstrom von staatlichen Förderungen vollständig abgekoppelt werden sollte, ist wahrscheinlich der Eigenverbrauch wesentlich sinnvoller als die Einspeisung. Für bereits laufende Anlagen ist die Lage so, dass für den eingespeisten Strom wesentlich mehr gezahlt wird, als der Strom für den Endverbraucher kostet. Daher ist in der Regel die Anlage so konstruiert, dass der produzierte Strom über einen eigenen Zähler stets ins allgemeine Netz eingespeist wird, unabhängig davon, wie viel Strom der Erzeuger selbst verbraucht.

Sollten die Preise einander näher kommen und die geförderte Einspeisevergütung stillgelegt werden, wäre der selbst produzierte Strom in jedem Fall günstiger, da hier nicht zum Preis für jede Kilowattstunde auch die Mehrwertsteuer hinzugerechnet werden müsste. Produktion zum Eigenverbrauch bleibt stets frei von dieser Steuer, da diese Energie nicht verkauft werden muss. Eine Ersparnis von 19 % für die reinen Verbrauchspreise kann also durch die Eigenproduktion erreicht werden. Eine Spanne, die auch den Bau einer relativ teuren Solaranlage wirtschaftlich rentabel machen kann.

In diesem Fall muss jedoch berechnet werden, wie viel Strom doch noch hinzugekauft werden muss und wie viel Strom ungenutzt bleibt, weil die Sonne zur falschen Zeit scheint. Gerade bei Personen, die tagsüber außer Haus arbeiten, kann es unter Umständen noch immer vorteilhaft bleiben, den produzierten Strom einzuspeisen, um sich die Anschaffung einer komplizierten Zähleranlage zu ersparen, die es ermöglicht, den produzierten Strom mal ins eigene Haus und mal ins öffentliche Netz zu speisen.

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